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A pre-season friendly (pt.1)

pitch

Am kommenden Sonntag startet Werder mit dem ersten Pflichtspiel in die Saison 2014/15. In Ulm gilt es gegen den bayerischen Regionalligisten FV Illertissen den Erstrundenfluch der vergangenen drei Jahre zu brechen. Sechs Tage später folgt dann der Auftakt zur neuen Bundesligasaison, auswärts gegen Hertha BSC. Es liegt nervöse Vorfreude in der Luft. Grund genug, hier endlich auch mal wieder über Fußball zu schreiben. Was eine solide inhaltliche Vorbereitung angeht, hat uns Tobias von meinesaison.de dankenswerterweise eine Menge Arbeit abgenommen und zwei sehr lesenswerte Artikel veröffentlicht, einmal zu Werders möglichen Spielsystemen in der »Trainersaison 14/15« sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme und Einschätzung des aktuellen Kaders. Wir haben die Köpfe mit Lars aka. Burning Bush von #Werder2013 zusammengesteckt, um in freudiger Antizipation der neuen Saison über unsere gemeinsame Passion zu sprechen: den SV Werder. Und über unsere Erwartungen an die kommende Spielzeit. 

Moin in die Runde! Nachdem die letzten Spielzeiten dem geneigten Werderaner ja durchaus den einen oder anderen Nerv gekostet haben, geht die Sommerpause dieser Tage dem Ende entgegen. Endlich. Was erwartet Ihr von Werder in der kommenden Saison? (/spe)

Burning Bush: Die einzigen Gedanken, die einer konkreten Erwartung gleichkommen sind im Grunde die, dass alles aus meiner Sicht wieder sehr durchwachsen daherkommen wird. Einige neue Köpfe mit hoher Startelf-Wahrscheinlichkeit, die sich finden müssen. Dann, bezogen auf die ersten Paarungen, eine nicht ganz einfache Startsituation. Aktuell kommen die ersten Verletzungen einiger Leistungsträger dazu. Ich könnte mir über eine ambivalent verlaufene Saison hinaus aber sehr gut vorstellen, dass dieses Team einige positive, erfolgreiche Serien mehr hinlegt, als dies in den vergangenen Spielzeiten der Fall war. Die Mannschaft weiß wohl sehr gut einzuschätzen, wo sie steht. Die Tatsache, dass auch die Anhängerschaft keinen übermäßigen Druck produziert und die Mannschaft genau dort sieht, wo sie steht, tut ihren Teil dazu. Alles wirkt relativ optimistisch. Ich nehme erstmals das Wort »Aufbruch« in den Mund – wir sollten den »Umbruch« langsam hinter uns lassen. Ich wünsche mir, dass jeder Spieler seine Chancen nutzt. Dass die Elf auf dem Feld alles für die Zukunft von Werder Bremen gibt und auch die Jungs auf der Bank sich nicht hängen lassen. Die WM hat eindrucksvoll gezeigt, dass jeder Spieler für den Erfolg gebraucht wird – ich habe bei diesem Kader ein gutes Gefühl.

/snb: Als Motto finde ich »Aufbruch statt Umbruch« gut und das unterschreibe ich sofort. Kann man sich genauso auf die Fahnen schreiben, für die neue Saison.

/spe: Apropos Optimismus, gutes Gefühl – was mich da ja nochmal interessieren würde: Lars, Du bist da ja schon von Berufs wegen schon näher dran. Die Sache mit der Harmonie und dem Teamgeist, das klingt ja alles toll. Aber gleichzeitig bekommt man ja auch immer wieder Unmutsäußerungen einzelner Spieler mit, die potentielle Überbesetzung im Mittelfeld drängt sich da als Problemherd ja förmlich auf… – wie realistisch ist das mit der Harmonie? Ist das ’ne Floskel oder ein tatsächlicher Zustand?

Burning Bush: Mal ganz klar und und natürlich abgedroschen gesprochen: Die Wahrheit liegt in der Mitte. Ich nehme dem Verein die positive Wahrnehmung der eigenen Gesamtsituation in weiten Teilen ab. Die Mannschaft ist extrem motiviert und zuversichtlich. Dazu kommt, dass Abgänge wie der von Aaron Hunt anderen Charakteren, die sich vorher in größerem Ausmaß zurückgehalten haben, größeren Raum zur Entfaltung bieten. Alle »trauen« und »leisten« sich mehr. Das wirkt sich positiv aus. Aber auch die aktuelle Unzufriedenheit einzelner Spieler ist sicher nicht von der Hand zu weisen, wenngleich ich sie lieber als »Unsicherheit« bezeichnen würde. In Sachen System und Startelf ist noch viel unklar – da meldet man seine Ambitionen halt noch mal klar an – der eine sehr geschickt, der andere etwas unglücklicher. Die Erwartungen der Spieler unterscheiden sich im Übrigen wohl ähnlich stark, wie die der Fans.

/snb: Das ist ja auch ein Punkt, den man gerne mal vergisst, als Fan: Dass da ganz unterschiedliche Ambitionen und Charaktere zusammenkommen, in so einer Mannschaft. Von außen wirkt das dann alles homogen, als Einheit. Und das ist sicher auch genauso gewollt. Das ungewohnte Überangebot auf zahlreichen Positionen ist ja was relativ Ungewohntes für uns, in letzter Zeit. Ich kann mir aber vorstellen, dass das intern zum Prüfstein in der neuen Spielzeit werden kann: Die Frage, wie professionell jeder mit der Knappheit der Stammplätze umzugehen vermag.

Ich frage mal gleich weiter – denn Stammplätze hängen ja auch immer von der präferierten Formation des Trainers ab. Robin Dutt hat neben der Raute immer auch auf ein 4-3-3 zurückgegriffen oder zuletzt und unter dem Eindruck der WM sogar mit einem 3-5-2 experimentiert. Ganz allgemein gefragt: Wie bewertet Ihr die Arbeit des Trainers aktuell? (/snb)

Foto 1/spe: Wir haben ja von Anfang an für Geduld mit Robin Dutt geworben. Und finden auch, dass er bisher (von Kleinigkeiten mal abgesehen) einen sehr ordentlichen Job gemacht hat, gerade in Anbetracht der in vielerlei Hinsicht schwierigen Gegebenheiten bei seinem Dienstantritt. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass der Trainerjob bei Werder vor allem Entwicklungsarbeit bedeute und im Rahmen seiner Möglichkeiten geht er diesen Weg konsequent. Mehr und mehr gerät ja auch Bewegung in den Kader, das heisst, dieser wird sukzessive den taktischen und systemischen Anforderungen Robin Dutts angepasst. Ich bin guter Hoffnung, dass wir mittelfristig wieder attraktiven, modernen Fußball im Weserstadion sehen werden…

Burning Bush: Ich habe mit ausschweifenden Erwartungen an einen amtierenden Trainer immer so meine Schwierigkeiten. Einzig und allein, weil ich kein Trainer bin. Ich wünsche mir natürlich, dass er den Kader weiterentwickelt, möglichst viele junge Spieler integriert und jede Woche in der 80. Minute einen erfolgsbringenden Goalgetter einwechselt. Ich halte es für wichtig, dass die ein oder zwei angedachten Systeme durchgezogen und entwickelt werden. Empfand es zwar in der vergangenen Saison als eine persönliche Kompetenz des Trainers, getroffene Entscheidungen auch wieder zurück nehmen zu können – würde in der neuen Spielzeit aber gern drauf verzichten. Spielerisch verspreche ich mir in den kommenden Monaten einen Fortschritt. Der Coach sollte da den nächsten Schritt machen. Sich hier zu Systemen und Positionen zu äußern macht in meinen Augen Spaß, aber faktisch keinen Sinn – ich trainiere die Truppe nicht und weiß nicht, welcher Spieler aufgrund welcher – teilweise auch nicht nur sportlichen – Kompetenz welchen Part adäquat erfüllen kann. Ich habe da erst einmal Vertrauen in die sportliche Leitung. Bleibt einem aber auch nichts anderes übrig – die letzten Monate waren hart.

Reden wir kurz über den Kader… erst einmal die harten Fakten. Und dann vielleicht ein paar Worte zu Eurer Einschätzung? (/spe)

/snb: Nominell sind Aaron Hunt (Wolfsburg), Aleksandar Ignjovski (Frankfurt) und Sebastian Mielitz (Freiburg) als Abgänge aus dem engeren Kader zu verzeichnen. Dazu kommen Johannes Wurtz (Fürth), Niclas Füllkrug (Nürnberg, mit Rückkaufoption!), Cimo Röcker (Hannover II), Lukas Schmitz (Düsseldorf), Aleksandar und Pedrag Stephanovic sowie jüngst Joseph Akpala (Karabükspor). Auf Memo Ekicis Tranfer könnte man noch hoffen, mit Blick auf die Gehaltsliste des Vereins. Die Abgänge von Miele und Iggi schmerzten letzte Saison schon ein wenig, aber abgesehen von Hunts Wechsel nach Wolfsburg sehe ich durch die Transferbewegungen spielerisch keine nennenswerte Nachteile.

/spe: Und vielleicht nicht einmal das – ich hege ja die Hoffnung, dass nach Hunts Weggang durch flexiblere Spielgestalter auch eine variablere Spielweise ermöglicht werden könnte. Muss man mal sehen, ob und wie Hajrovic, Junuzovic oder Obraniak diese Rolle annehmen… – vielleicht sollten wir bei der Gelegenheit und der Vollständigkeit halber aber doch noch mal kurz die Neuzugänge erwähnen…

/snb: … richtig. Da wären Alejandro Gálvez (Rayo Vallecano), Izet Hajrovic (Galatasaray), Raif Husic (FC Bayern U19) und Fin Bartels (FC St. Pauli). Alle ablösefrei, von Husic abgesehen (der schlappe 100.000 Euro kostete).

Burning Bush: Sehe Zu- u. Abgänge sowie den Verlauf der Vorbereitung positiv. Ich hoffe wirklich sehr, dass der Abgang Aaron Hunts direkt kompensiert werden kann. Ich möchte nichts hören von »Ein Aaron Hunt ist nicht zu ersetzen« und dergleichen. Ich wünsche mir das Izet Hajrovic einschlägt und seinen forschen Charakter einsetzt, um die anderen mitzuziehen. Ich traue ihm diese Rolle zu. Und wenn Herr Obraniak weniger mit dem Verein (eigentlich ja mit sich selbst) hadert, dann wird auch er seinen Teil für den Erfolg tun können. Seine ehemals vorhandenen Defizite in der Physis sollten aufgeholt sein. Gálvez trauen alle sehr viel zu – bei dem, was ich gesehen habe, tue ich das ebenfalls. Schätzungsweise der neue etatmäßige Sechser. Prödl und Caldirola sollten als Innenverteidiger gesetzt sein – für ersteren wird es schwierig, wenn wir wirklich anfangen sollten, Fußball zu »spielen«, aber auch von ihm erwarte ich noch eine kleine Steigerung. Unsere Stürmer müssen – egal in welcher Konstellation – einen Sprung machen, der Vorbereitung messe ich hier aber nicht viel Wert bei. Für Fin Bartels wird es spannend. Er könnte der Systemwahl erstmal zum Opfer fallen – fänd’ ich schade, aber wie gesagt, wie brauchen jeden. Als letztes wäre Clemens Fritz zu erwähnen, der in der Vorbereitung deutlich gemacht hat, dass er in seinem vermeintlich letzten Jahr nicht auf der  Bank sitzen möchte. Als einer der fittesten Spieler der Vorbereitung, wird er seinen Platz im Team erhalten. Sportlich für mich nicht unerwartet und sehr wichtig: So ist die potentielle Schuldfrage nach Niederlagen wenigstens vorab geklärt. Hunt wäre also auch hier schon ersetzt. Ironie aus.

Stimmt. Now something completely different: Mich würde Euer Soundtrack für die neue Saison interessieren! (/snb)

netzBurning Bush: Traue mich noch nicht an konkrete Tracks heran, aber auch wenn ich schon auf gepflegten Rock ‘n’ Roll inklusive der nötigen Portion Funk hoffe, werden wir an der einen oder anderen Ladung Knüppelpunk nicht vorbeikommen. Das ist auch vollkommen in Ordnung, solange die Band richtig Bock darauf hat. Klassik-Liebhaber werden aber wohl noch nicht auf ihre Kosten kommen, denke ich… – lange Rede, kurzer Sinn: Der Soul muss stimmen.

/spe: Dann versuche ich das mal mit konkreten Tracks… »Light up gold (was the colour of something I was looking for…)« ist ja mal die Grundhaltung. An Ambition sollte es zumindest nicht scheitern! »It’s gettin better (Man!)« und »Cigarettes & Alcohol« find’ ich spontan auch nicht ungeeignet. Letzter ist am Ende eh ein Fußballsong…

/snb: Wir sollten dann bei dieser Gelegenheit auch unsere letzten Interviewpartner hier im Blog nicht unerwähnt lassen, oder? Hoffen wir mit den Sleaford Mods, dass kein Grün-Weißer unverhofft zum »Jobseeker« wird…

/spe: … und dass es mit den Repeat Offenders viel »Yeah Yeah Yeah Yeah Yeah geben wird und wenig »Bittersweet Symphonies«, haha – obwohl das natürlich schon ein Brett ist, auch und gerade im Weserstadion.

/snb: »Witness the fitness!«

Eine Frage zur Eintwicklung von Ansprüchen und Erwartungen seitens der Fanszene. Ist die Erdung komplett vollzogen? (Burning Bush)

/spe: Ist eine geerdete Fanszene vorstellbar? Meinste? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Burning Bush: Nicht in Gänze, klar. Ich meine aber dort insbesondere über den Zeitraum der letzten Saison eine klare Entwicklung festgestellt zu haben. Die Ansprüche sind insgesamt – Ausnahmen gibt es natürlich überall – bei weitem nicht mehr so hoch, wie noch vor zwei Jahren. Die Fußballwelt um unseren Verein herum hat sich aber gerade in den letzten Jahre extrem gewandelt. Bayern München hat ein Triple geholt und wird auf nicht absehbare Zeit im Normalfall den Meistertitel holen, RB Leipzig spielt sich gerade ganz nach oben usw.. Ich glaube, dass für »Otto-Normal-Vereine« wie den unseren zukünftig gilt: Der 6. Tabellenplatz ist die neue Meisterschaft. Alles darüber wird schon bald mehr oder weniger unerreichbar sein für uns.

 Stichwort Baumann, Borowski, bald Fischer. Die langsame aber stetige Überwindung der »Werder-Familie«: Ist sie der richtige Weg oder wird sie dem Verein mittelfristig auf die Füße fallen? (Burning Bush)

/spe: Das sehe ich mit einer gewissen Ambivalenz. Natürlich ist es einfach, der »guten, alten Zeit« am Osterdeich nachzutrauern. Aber nach dem Weggang von Klaus Allofs und noch vielmehr Thomas Schaafs hatte sich das Thema »Werder-Familie« für mich eh erledigt. Nach langjährigen Beziehungen ist sowas ja bekanntlich nie ganz einfach, gerade wenn man Schaaf heute mit seiner Neuen sieht… – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Einschnitt bzw. das Lösen der Familienbande wichtig und richtig war. Dafür war die letzte Saison unterm Strich auch hilfreich, wenn auch nicht immer einfach (nicht umsonst haben wir bei uns im Blog die Kategorie »therapeutisches Bloggen« eingeführt)! Aber mittlerweile blicke ich da sogar einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft, »Aufbruch statt Umbruch« triffts da auch sehr gut. Und mit Robin Dutt und Thomas Eichin haben wir sicherlich die richtigen Kapitäne an Bord.

Burning Bush: Ich selber habe dazu eine klare Haltung: Reflexion und Flexibilität ist für den Verein und die handelnden Personen unerlässlich. Ich habe die »familiären« Jahre geliebt. Ich fand es toll, nach dem Training mit Spielern zu quatschen und es war mir immer ein absolutes Fest, wenn der Präsident (übrigens mal unabhängig von allem: nach wie vor eine der integrativ stärksten Persönlichkeiten, die ich je kennengelernt habe) wie selbstverständlich in Deiner Kneipe bei Deinem Fanclub vorbeikam, wenn er in der Nähe war. Das unterschied uns zu der damaligen Zeit doch erheblich von den meisten anderen Vereinen mit ähnlichem Erfolg. Aber: Auch hier kann ich nur sagen, dass sich die Zeiten radikal geändert haben. Es ist wichtig, dass man sportlich, wirtschaftlich und politisch in eine ökonomische Spur findet, die langfristig Profifußball in der ersten Liga möglich macht. Das sehe ich aktuell auf einem guten Weg. Übrigens: Das langsame Überwinden der »Werder-Familie« bedeutet ja nicht automatisch »Kahlschlag« oder »soziale Kälte«, wie es von einigen propagiert wird. Wenn ich auf der Süd so manche Beschimpfungen in Richtung Eichin & Co höre, muss ich da eine klare Tendenz zum Realitätsverlust attestieren. Es geht beim Bremer Umbruch nicht um die Vernichtung alter Strukturen, sondern um die Rettung in zeitlich angemessene. Das bringt Veränderungen mit sich. Und das diese nicht selten erstmal in 100% der Fälle negativ bewertet werden ist klar. Es ist vielen zu sperrig, sich aus einer gewohnten Haltung heraus zu bewegen – ein ganz alter (nicht nur grün-weißer) Hut.

Um das noch einmal zuzuspitzen: »Investoren« und »Strategische Partner« – seht ihr das als eine probate Maßnahme oder als Tabu? (Burning Bush)

tore/spe: Schwere Frage! Natürlich regen sich da intuitiv Widerstände bei mir, da kannste noch so sehr auf der Hut sein vor Fußballkulturtraditionalismus und -romantik. Wenn ich mir vorstelle, dass wir demnächst in der XYZ-Arena zuhause sind, läuft’s mir kalt den Rücken runter…  – nee, das Weserstadion muss so bleiben (schrieben wir letzte Saison auch so). Und noch schlimmer wird die Sache, wenn ich mir bei Werder einen irrlichternden Investor à la Klaus-Michael Kühne vorstelle. Ein Investor also, der nicht davor zurückschreckt auch ins operative Geschäft des Vereins einzugreifen und maximal distanzlos zur medialen Berichterstattung beiträgt. Auf der anderen Seite muss man deutlich sehen, dass Werder und der Bremer Region mittel- und langfristig die Mittel fehlen, um im Ligabetrieb finanziell konkurrenzfähig zu bleiben, ohne weitreichende wirtschaftliche Kooperationen. Oder ich stelle mir das schwer vor. Wir merken das ja von Transferfenster zu Transferfenster, oder nicht? Die Diskussion um Investoren erinnert mich manchmal an die alte Realo/Fundi-Frage politischer Bewegungen: Klar, niemand möchte mehr Kompromisse eingehen als irgendwie nötig, gerade wenn’s dann noch latent identitätsrelevant ist. Gleichzeitig ist es wichtig, die Augen nicht vor den realpolitischen Gegebenheiten zu verschließen. Unterm Strich traue ich Werders Geschäftsführung aber durchaus zu, sich dieser Problematik in vollem Umfang bewusst zu sein und mit Augenmaß auf die daraus resultierenden Herausforderungen zu reagieren…

Burning Bush: Dem habe ich rein gar nichts hinzuzufügen. Wer bei den »Großen« mitspielen will, der muss die Zeichen der Zeit erkennen. Sensationen wird es – wenn auch weit selten als früher – immer mal geben, aber man wird sich eine Tabuisierung dieser Themen nicht leisten und das halte ich für den angemessenen Weg. Auf geht’s WERDER!

/spe: So viel für heute. Wir setzen das nächste Woche bei Dir fort, Lars? Besten Dank erst einmal!

/snb: Auch an unsere Leserinnen und Leser! Falls bei der Lektüre bei dem Einen oder Anderen weitere Fragen aufgekommen sind, können diese gerne in der Kommentarspalte ergänzt werden.

– Die zweite Halbzeit des pre-season friendly wird
im Laufe der kommende Woche auf #werder2013 erscheinen: Weiterlesen

 

Fotos: alexkessHabeebee und Jaypeg bei Flickr, cc-Lizenz. Eigene.